Ab dem 1. Juli 2026: Was ändert sich konkret?
Die Europäische Kommission plant ab 01.07.2026 eine neue pauschale Zollgebühr in Höhe von €3 pro Sendung für E-Commerce-Pakete mit einem Warenwert unter €150, die aus Drittländern in die EU eingeführt werden.
Ziel der Maßnahme ist es, die bisherige Zollbefreiung für niedrigwertige Sendungen zu beenden, die zu einem massiven Anstieg günstiger Importe – insbesondere aus Asien – geführt hat.
👉 Wichtig: Die endgültige Ausgestaltung (Zahlungsweg, Haftung, technische Umsetzung) richtet sich nach der offiziellen EU-Verordnung und nationalen Umsetzungen.
Warum die EU handelt – kurz erklärt
- Jährlich werden Milliarden Low-Value-Pakete in die EU eingeführt
- Wettbewerbsverzerrung gegenüber EU-Händlern mit höheren Steuer- und Compliance-Kosten
- Hoher administrativer Aufwand für Zollbehörden
- Unzureichende Verbraucherschutz- und Produktsicherheitskontrollen
Die €3-Gebühr soll:
- den Preisvorteil extrem günstiger Drittlandsanbieter reduzieren
- Zoll- und Kontrollkosten decken
- fairere Wettbewerbsbedingungen schaffen
Auswirkungen auf den deutschen Onlinehandel
✅ Vorteile für deutsche Händler & Marktplätze
- Weniger Preisdruck durch extrem günstige Importware
- Verbesserte Wettbewerbsfähigkeit lokaler Anbieter
- Höhere Preisakzeptanz bei Endkunden
- Chance, „EU-konforme Qualität & Service“ stärker zu positionieren
⚠️ Herausforderungen für Händler & Verbraucher
- Höhere Endpreise bei Cross-Border-Bestellungen
- Sinkende Conversion Rates bei preissensiblen Produkten
- Notwendigkeit zur Anpassung von Checkout, Pricing & Kommunikation
- Mehr Support-Anfragen zu Gebühren & Zoll
Was deutsche Onlinehändler jetzt konkret vorbereiten sollten
1. Preismodell überprüfen & neu kalkulieren
✔ Prüfen, ob Produkte < €150 besonders betroffen sind
✔ Marge neu berechnen (inkl. indirektem Wettbewerbsdruck)
✔ Preispsychologie anpassen (z. B. Schwellenpreise, Bundles)
✔ „Made in EU“ oder „Versand aus Deutschland“ klar kommunizieren
2. Checkout & Kostentransparenz anpassen
Empfehlungen:
- Zusätzliche Gebühren klar & frühzeitig anzeigen
- Keine Überraschungen auf der letzten Checkout-Seite
- Hinweisbanner für internationale Kunden
Beispiel-Hinweis im Checkout:
Hinweis: Für Sendungen aus Drittländern kann ab Juli 2026 eine EU-weite Importgebühr anfallen. Unsere Preise beinhalten alle Kosten – keine zusätzlichen Zollgebühren bei Lieferung.
3. Logistik & Fulfillment neu bewerten
- Umstieg auf EU-Fulfillment / lokale Lager prüfen
- Konsolidierung kleiner Sendungen (falls möglich)
- Retourenkosten neu kalkulieren
- Zusammenarbeit mit Logistikpartnern bzgl. Zollabwicklung klären
4. Rückgabe- & Erstattungsprozesse anpassen
⚠️ Besonders wichtig, da Gebühren ggf. nicht erstattungsfähig sind.
To-do:
- Rückgaberichtlinien rechtlich prüfen
- Klarstellung, ob Gebühren erstattet werden
- Kulanzregeln für Stammkunden definieren
5. Kundenservice vorbereiten (FAQ & Schulung)
Beispielhafte Kundenservice-Antworten
Frage: Warum ist mein Einkauf teurer als früher?
Ab Juli 2026 erhebt die EU eine neue Importgebühr für niedrigwertige Pakete aus Nicht-EU-Ländern. Unsere Preise sind transparent kalkuliert und enthalten alle gesetzlichen Abgaben – es entstehen keine Zusatzkosten bei Lieferung.
Frage: Gilt das auch für Bestellungen aus Deutschland?
Nein. Bestellungen aus Deutschland oder anderen EU-Ländern sind von dieser Gebühr nicht betroffen.
Strategische Chancen für deutsche E-Commerce-Marken
Diese Reform ist nicht nur ein Kostenfaktor – sie ist auch eine Positionierungschance:
- Qualität & Lieferzuverlässigkeit stärker betonen
- Nachhaltigkeit & Produktsicherheit kommunizieren
- Schnellere Lieferzeiten als Wettbewerbsvorteil nutzen
- Vertrauen statt „Ultra-Low-Price“ verkaufen
Jetzt handeln statt abwarten
Die neue €3-Zollgebühr mag auf den ersten Blick gering wirken – ihre Marktwirkung ist es nicht. Für deutsche Onlinehändler ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Pricing, Logistik und Kundenkommunikation strategisch neu auszurichten.
Wer früh vorbereitet ist, profitiert.
